Donnerstag, 22. September 2011

Der Seppl-Hype




TEXTVERSION:

Jetzt schwappt sie wieder über ganz Deutschland: Die Seppl-Mania. Joseph (Sepp) Aloysius Ratzinger schaut mal wieder in seiner alten Heimat vorbei, und alle alle rasten aus.

Nein, nicht alle. Rund hundert Bundestagsabgeordnete bewahren kühlen, kritischen Kopf: Sie legen keinen Wert auf die wenig glaubwürdigen Worthülsen eines halsstarrigen alten Herrn, dessen "Botschaften" eh nichts bewirken: Die staatliche Ermordung des nicht überführten, wahrscheinlich Unschuldigen Troy Davis in den USA in der vergangenen Nacht am Appell des "Stellvertreters Christi" vorbei machte wieder einmal deutlich, dass die salbungsvollen Seppl-Worte eh niemanden interessieren, zumindest nicht die Mächtigen dieser Welt. Wissen die Reaktionäre und Erzkonservativen doch, dass sie letztlich auch in diesem Papst immer noch einen Bruder im Geiste haben.

An sich halte ich es mit den Politikern in Berlin, die sich schulterzuckend von dem alten Mann und dem Hype um ihn abwenden.

Aber immerhin: Der Mann ist ja ein, wenn auch nur von einem vergleichsweise kleinen Klüngel mit dem wohltönenden Namen"Konklave" mitsamt Rauchzeichen gewähltes Staatsoberhaupt. Und zwar eines, das zwar bei seinen Kollegen weltweit und den sonstigen Mächtigen nichts zu sagen hat, dafür aber um so mehr bei seinen rund 1,2 Milliarden registrierten Mitgliedern und etwa 1,2 Millionen uniformierten Angestellten.

Und auch viele von uns chronisch Kranken erliegen dem hysterischen Seppl-Hype - spätestens seit er seinen an Parkinson erkrankten Vorgänger Karl Woityla im Turbotempo nach dessen Tod in die First Class der Katholiken beförderte und "selig" sprach.

Joseph Ratzinger begab sich mit dieser "Selig"sprechung nicht nur mit einem grandiosen Salto mortale zeitreisend zurück in die finstersten Tage seiner Kirche mit Geisterglauben und disziplinierender machterhaltender Wundertäterei.

Die höchstpäpstliche Anerkennung des "Wunders", das er seinem Vorgänger zusprach, der angeblich nach seinem Tod eine angeblich ebenfalls parkinsonkranke französische Nonne von der unheilbaren Krankheit geheilt haben soll, stellt Super-Seppl auf eine ökumenische Stufe mit seinem priesterlichen Kollegen von der Konkurrenzfirma, Herrn Fliege.

Für mich wäre es kein wirkliches seligmachendes Wunder, wenn Pastor Fliege und Papst Seppl die günstige Gelegenheit des Staatsbesuchs zu einem geheimen ökumenischen Geistheiler-Gipfeltreffen nutzen würden Sie könnten dann ja mit einem guten Tropfen Fliege-Wunder-Wasser anstoßen und der Sepp verrät dem Geist-Talker Jürgen die neusten Tricks, wie man mit salbungsvollen Worten einlullend den Gutmenschen gibt ohne dabei das eigene reaktionäre menschenverachtende Ich zu verleugnen.

Mein Tipp: Passen Sie gut auf sich auf - sonst erliegen auch Sie noch dem bayrischen Sepp aus Rom oder dem Jürgen aus dem Bergischen Land.

Ihr Norbert Jos Maas
euer Jos

Und Achtung: Die beiden segnen gnadenlos alles, was bis drei nicht auf dem Baum ist – oder die Liveübertragung weg gezappt hat.

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